Dengue-Virus in Tigermücken in der Schweiz
Wie unser Klinikleiter Prof. Dr. Jan Fehr die Situation einordnet
Ein aktueller SRF-Beitrag thematisiert den Nachweis des Dengue-Virus in Tigermücken bei Basel. Was das für die Schweiz bedeutet, erklärt unser Klinikleiter und Chefarzt Prof. Dr. Jan Fehr in seinem Statement:
"Die Tatsache, dass dieses Virus in einer Tigermücke in der Schweiz nachgewiesen wurde, ist nicht erstaunlich, sondern war aufgrund sich ändernder klimatischer Bedingungen auch in unseren Breitengraden zu erwarten. Die Tigermücke konnte sich im Verlauf der letzten Jahre in Basel und auch in anderen für die Mücke klimatisch günstigen Regionen der Schweiz niederlassen. Die Bedeutung liegt darin, dass nun auch bewiesen ist, dass das Dengue-Virus definitiv auch in der Schweiz vorkommen kann.
Bei fortbestehender Klimaerwärmung ist für die Zukunft davon auszugehen, dass das Vorkommen von Dengue-Viren in der Schweiz zunimmt und es dann auch zu Übertragungen auf den Menschen kommt. Wann und in welcher Häufigkeit ist Gegenstand von Spekulationen. Wir müssen aber mit Szenarien rechnen, in denen es auch zu Dengue-Erkrankungen bei Menschen in der Schweiz kommt, die nicht in die Tropen gereist sind. Dies ist nicht primär ein Grund zur Sorge, denn selbst wenn jemand mit dem Dengue-Virus angesteckt wird, heisst das noch lange nicht, dass man auch schwer krank wird. In den meisten Fällen verläuft eine solche Infektion leicht. Dennoch ist es wichtig, dass wir uns langsam mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass solche Tropenkrankheiten vermehrt auch bei uns vorkommen können und die Bevölkerung wie auch Expert:innen Präventionsmassnahmen ergreifen und im Falle eines Fiebers vermehrt auch diese Erkrankung in Betracht ziehen."