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Sicher unterwegs auf Abenteuerreise – Tipps für Wandernde, Veloreisende, Backpacker & Co.

Wandern, Veloreisen, Backpacking & Co bieten eine besondere Möglichkeit, unbekannte Länder intensiv und abenteuerlich zu erleben. Wer sich zu Fuss oder mit dem Velo fortbewegt, reist langsamer – und taucht dadurch oft viel tiefer in die Landschaft, Natur und Kultur eines Landes ein. Plötzlich nimmt man nicht nur die Aussicht wahr, sondern auch die Geräusche und Gerüche der Umgebung, den Wind auf der Haut oder die Wärme und Kälte der unterschiedlichen Regionen.

Sicher unterwegs auf Abenteuerreise – Tipps für Wandernde, Veloreisende, Backpacker & Co.

Wandern, Veloreisen, Backpacking & Co bieten eine besondere Möglichkeit, unbekannte Länder intensiv und abenteuerlich zu erleben. Wer sich zu Fuss oder mit dem Velo fortbewegt, reist langsamer – und taucht dadurch oft viel tiefer in die Landschaft, Natur und Kultur eines Landes ein. Plötzlich nimmt man nicht nur die Aussicht wahr, sondern auch die Geräusche und Gerüche der Umgebung, den Wind auf der Haut oder die Wärme und Kälte der unterschiedlichen Regionen.


9 September, 2026

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Mit dieser intensiven Art des Reisens gehen jedoch auch besondere Herausforderungen einher. Lange Distanzen zwischen Ortschaften und (medizinischer) Infrastruktur lassen sich nicht einfach und schnell überbrücken. Die Versorgung mit Wasser und Nahrung will gut geplant sein, extreme Wetterbedingungen können den Körper belasten und auch lange körperliche Anstrengungen stellen hohe Anforderungen an die eigene Fitness und Gesundheit.

 

Damit das Abenteuer möglichst sicher und unbeschwert bleibt, lohnt es sich, sich auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Im Folgenden finden sich einige praktische Tipps und Tricks, die helfen, typische Risiken zu vermeiden, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und auch auf unvorhergesehene Situationen gut vorbereitet zu sein.

 

Vorbereitung ist das A und O

Hat sich zu Hause eine konkrete Idee für ein Abenteuer herauskristallisiert, wächst schnell das Verlangen, am liebsten noch gleichentags seine Sachen zu packen und loszuziehen. Vorbereitung und Planung wirken im Vergleich dazu zunächst eher mühsam und zäh. Doch es lohnt sich: Wer sich bereits zu Hause mit den wichtigsten Fragen auseinandersetzt, kann unterwegs Zeit und Energie sparen, die sonst für organisatorische Dinge aufgewendet werden müssten. Und versprochen: Auch durch die Planung wächst die Vorfreude – und Vorfreude ist bekanntlich die beste Freude!

 

Folgende Fragen sollte man sich deshalb bereits im Voraus stellen:

 

1. Wohin will ich?

Dafür muss nicht zwingend ein konkretes Reiseziel festgelegt werden. Gerade das Offenlassen des Ziels kann ein Gefühl von Freiheit vermitteln. Trotzdem hilft es, eine grobe Richtung oder Region im Kopf zu haben. So wird beispielsweise klarer, in welchen Klimazonen man unterwegs sein wird, wie abgelegen die Reise führen soll, welche öffentlichen Transportmittel gängig sind und welche Sprachen in den bereisten Regionen gesprochen werden. Diese Überlegungen helfen wiederum dabei, sich gezielt auf die jeweiligen Bedingungen vorzubereiten.

2. Auf welche Art möchte ich mich fortbewegen?

Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt: zu Fuss, mit dem Bus, Velo, Segelschiff, Kanu, Packraft oder auf Tourenskis – vieles ist möglich. Wer eine Fortbewegungsart wählt, mit der er bisher wenig Erfahrung hat, sollte sich frühzeitig damit vertraut machen und die nötigen Fähigkeiten erlernen. Auch ein gezieltes Grundlagentraining lohnt sich: Der Körper kann sich so Schritt für Schritt an die bevorstehende Belastung gewöhnen und das Risiko von Überlastungsbeschwerden während der Reise lässt sich reduzieren.


Wer mit einem Velo, Kanu oder einem anderen eigenen Fortbewegungsmittel unterwegs ist, sollte sich zudem mit seinem «Fahrzeug» auseinandersetzen. Einfache Wartungsarbeiten und Reparaturen selbständig durchführen zu können, kann unterwegs viel wert sein – insbesondere dann, wenn die nächste Werkstatt weit entfernt ist. Ein wenig Übung und das richtige Ersatzmaterial gehören deshalb ebenfalls zur nötigen Vorbereitung.

 

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Autorin Sarah Flückiger mit dem Velo unterwegs in Patagonien

 

3. Wie lange will ich verreisen?

Hier kommen unter anderem ganz praktische Überlegungen ins Spiel. Welche Versicherung ist für die geplante Dauer und Art der Reise geeignet? Wer für die Reise seinen Job vorübergehend aufgibt oder eine längere berufliche Auszeit nimmt, sollte insbesondere den Unfallversicherungsschutz im Auge behalten. Bei einer bisherigen Anstellung von mindestens 8 Stunden pro Woche besteht der Schutz gegen Nichtberufsunfälle nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses bzw. des Lohnanspruchs noch während 31 Tagen. Danach erlischt dieser Schutz. Mit einer sogenannten Abredeversicherung lässt er sich um bis zu 6 weiteren Monaten verlängern. Zusätzlich kann eine Reiseversicherung sinnvoll sein. Je nach geplantem Vorhaben können beispielsweise Kosten für medizinische Behandlungen, Rücktransporte oder Rettungs- und Bergungsmassnahmen relevant werden.

 

Sind die wichtigsten Fragen zur Reise geklärt, kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine reisemedizinische Konsultation in Anspruch zu nehmen. Je nach Reiseziel, -Art und -Dauer können unterschiedliche medizinische Themen in den Vordergrund rücken – von notwendigen und empfohlenen Impfungen über eine Malariaprophylaxe bis hin zu weiteren gesundheitlichen Risiken, die in bestimmten Regionen auftreten können.

 

Für eine möglichst individuelle Konsultation ist es hierbei wichtig, neben den konkreten Reiseplänen auch die eigene medizinische Vorgeschichte anzusprechen. Bestehen Vorerkrankungen oder werden regelmässig Medikamente eingenommen, kann dies für die Reiseplanung und die medizinischen Empfehlungen eine wichtige Rolle spielen. So lässt sich die Konsultation auf die persönliche Situation abstimmen und gezielt klären, was für das bevorstehende Abenteuer medizinisch zu beachten ist.

 

 

 

Auf der Route – die plötzliche Abgelegenheit

Ist man schliesslich unterwegs, merkt man oft erst dann, wie viele Dinge im Alltag selbstverständlich geworden sind. Langsames Internet? Kein Problem – wir warten kurz. Durstig? Wir kaufen eine Flasche Wasser. Akku leer? Die nächste Steckdose ist meist nicht weit. Auf einer abgelegenen Wanderung, einer Veloreise oder einer Backpacking-Tour kann aus einer kleinen Unannehmlichkeit jedoch schnell eine echte Herausforderung werden.

 

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Wenn das Handy plötzlich nicht mehr weiterhilft

Irgendwann kommt der Moment: Auf dem Display steht «Kein Netz». Google Maps lädt nicht mehr, eine Nachricht lässt sich nicht verschicken und der nächste Ort ist noch viele Kilometer entfernt. Plötzlich ist man auf sich allein gestellt.

 

Das muss kein Grund zur Panik sein. Kartenmaterial kann heute offline heruntergeladen werden. Dennoch ist wichtig, dass das Handy nicht zur einzigen Orientierungshilfe wird, da der Akku auch leerlaufen kann. In diesem Kontext ist eine gute alte Papierkarte noch immer unschlagbar. Um die Akkulaufzeit zu verlängern, helfen folgende Tipps: Flugmodus einschalten, das Handy bei Kälte körpernah aufbewahren und stets eine Powerbank einpacken, um die wichtigsten Geräte funktionsfähig zu halten. Bei längeren Touren ohne Stromversorgung können Solarpanels eine Möglichkeit sein, um eigenständig Strom zu erzeugen.

 

In abgelegenen Regionen stellt sich noch eine andere Frage: Was mache ich, wenn tatsächlich etwas passiert? Bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung kann es entscheidend sein, überhaupt Hilfe alarmieren zu können. Wenn über längere Zeit kein Mobilfunknetz vorhanden ist, können Satellitenkommunikationsgeräte wie das inReach-System von Garmin eine wichtige zusätzliche Sicherheitsmöglichkeit bieten. Je nach Gerät und Abo können damit Nachrichten verschickt, der eigene Standort geteilt oder im Notfall Hilfe angefordert werden.

 

Wasser – plötzlich eine der wichtigsten Fragen

Noch unmittelbarer wird die Abgelegenheit beim Wasser. Wer den ganzen Tag wandert, Velo fährt oder sonst mit schwerem Gepäck unterwegs ist, verliert durch Schwitzen deutlich mehr Flüssigkeit als im Alltag. Gleichzeitig ist die nächste Möglichkeit, eine Flasche zu kaufen, nicht immer in Sicht.

Besonders auf abgelegenen Routen lohnt es sich deshalb, sorgfältig und vorausschauend zu planen, wo die nächste Möglichkeit zum Auffüllen liegt. Eine Quelle, ein Bach oder ein See kann zur wichtigen Ressource werden – allerdings ist klares Wasser nicht automatisch sauberes Wasser. Es können Krankheitserreger darin vorkommen, insbesondere wenn in der Region Landwirtschaft betrieben wird oder sich in der Nähe Campingplätze oder Wandergebiete ohne Sanitär- und Wasseraufbereitungsinfrastruktur befinden. Wenn kontaminiertes Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen von Früchten und Gemüse oder zum Zähneputzen verwendet wird, kann dies zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen führen – der Nummer 1 medizinischer Probleme auf Reisen.

 

Wer unterwegs auf natürliche Wasserquellen angewiesen ist, sollte deshalb wissen, wie sich Wasser sicher aufbereiten lässt:

 

1. Abkochen: Abkochen stellt die sicherste Möglichkeit der Wasseraufbereitung dar. Durch sprudelndes Kochen werden alle Arten von Krankheitserregern – einschliesslich Viren, Bakterien und Parasiten – zuverlässig abgetötet. Das Wasser sollte dafür während mindestens einer Minute sprudelnd kochen. Da sich der Siedepunkt mit zunehmender Höhe verschiebt, sollte das Wasser ab etwa 2.000 Höhenmetern mindestens drei Minuten sprudelnd gekocht werden.


2. Filtern: Filtern ist die zweitbeste Wahl für die Wasseraufbereitung und unterwegs sehr praktisch. Bei einem Hohlfaserfilter, beispielsweise dem BeFree von Katadyn®, wird das Wasser durch feine Membranen mit einer Porengrösse von 0,1 Mikron (0,0001 mm) gepresst. Protozoen, Bakterien und Sedimente werden dadurch zurückgehalten. Viren sind jedoch kleiner und werden von solchen Filtern nicht zuverlässig entfernt.


Ein wichtiger Tipp bei Kälte: Hohlfaserfilter dürfen nicht einfrieren. Bereits eine Nacht mit Minustemperaturen kann die feinen Filtermembranen beschädigen. Bei kalten Bedingungen gehört der Filter deshalb nachts mit in den Schlafsack.

3. Chemische Desinfektion: Wasserdesinfektionstabletten wie Micropur Forte® können eingesetzt werden, um Viren und Bakterien im Wasser abzutöten. Gegen gewisse Parasiten wie beispielsweise Cryptosporidien sind sie jedoch nicht immer zuverlässig wirksam. Noch sicherer ist deshalb eine Kombination aus Filtern und anschliessender chemischer Desinfektion (insbesondere bei trübem Wasser zu empfehlen).

 

Achtung: Wasser, das schädliche Chemikalien, Giftstoffe oder radioaktive Stoffe enthält, wird durch Abkochen, Filtern oder chemische Desinfektion nicht sicher! Bei Verdacht auf eine entsprechende Belastung sollte das Wasser daher nicht verwendet werden.

 

 

Weitere gesundheitliche Herausforderungen unterwegs – Sonne, Insekten und Verletzungen

Nach Durchfallerkrankungen gehören Sonnenbrände, Insektenstiche sowie Haut- und Weichteilinfektionen – beispielsweise durch mangelnde Fusshygiene oder aufgeplatzte Blasen – zu den häufigsten medizinischen Problemen auf Abenteuerreisen. Auch hier gilt in erster Linie: Vorsorge ist die beste Sorge!

 

Sonne – weniger ist mehr

Der beste Schutz vor Sonnenbrand und Sonnenstich ist erstaunlich simpel: Die Sonne meiden. Besonders bei intensiver Sonneneinstrahlung lohnt es sich, körperlich anstrengende Aktivitäten nicht auf die Mittagszeit zu legen und stattdessen die kühleren Morgen- und Abendstunden zu nutzen. Auch die richtige Kleidung bietet einen sehr wirksamen Sonnenschutz: Langärmlige, leichte Kleidung, ein Hut und eine Sonnenbrille schützen grosse Teile des Körpers und reduzieren gleichzeitig den Bedarf an Sonnencreme. Gerade bei limitiertem Packmass ist das praktisch, denn Sonnencreme muss regelmässig und ausreichend aufgetragen werden – und geht bei Schwitzen und Reibung schnell wieder verloren.

 

Insekten – klein, aber nicht immer harmlos

Langärmlige Kleidung hat einen weiteren Vorteil: Sie ist gleichzeitig einer der einfachsten und zuverlässigsten Insektenschutzmassnahmen. Besonders in Regionen mit vielen Mücken oder anderen Insekten lohnt es sich, möglichst viel Haut zu bedecken. Beim Übernachten im Zelt oder in der Hängematte sollte zudem darauf geachtet werden, dass das Moskitonetz vollständig geschlossen ist und keine Lücken aufweist. Zusätzlich gehört ein geeignetes Insektenschutzmittel ins Gepäck. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts: Insekten wie Mücken, Zecken und Wanzen können verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter Viren (z. B. Dengue, Zika), Bakterien (z. B. Borrelien, Rickettsien) und Parasiten (z. B. Malaria, Trypanosomen).

 

Unfälle und Verletzungen – gut versorgt ist halb gewonnen

Auf einer Abenteuerreise muss man sich bewusst sein, dass man sich automatisch einem höheren Risiko für Unfälle und Verletzungen aussetzt. Um schwere Unfälle zu vermeiden, braucht es neben einer Portion gesundem Menschenverstand einige zusätzliche Vorsichtsmassnahmen. Dazu gehört zum Beispiel, nicht ohne Licht in der Dunkelheit zu fahren oder wandern und sich nicht ungesichert in Absturzgelände zu begeben. Auch Wetterbedingungen, die eigenen Fähigkeiten und die körperliche Verfassung sollten bei der Planung berücksichtigt werden. Zum Glück sind die meisten Verletzungen, die unterwegs passieren, nur leicht und lassen sich mit etwas Grundwissen gut selbst versorgen.

 

Das lässt sich meistens selbst versorgen:

 

1. Blasen an den Füssen und leichte Schürfwunden: Gerade bei langen Wanderungen und Veloreisen sind die Füsse einer dauerhaften Belastung ausgesetzt. Feuchtigkeit, Schweiss und Reibung begünstigen Blasen und Hautreizungen. Eine gute Fusshygiene, trockene Socken und passende Schuhe helfen, Problemen vorzubeugen. Entsteht trotzdem eine Blase, sollte sie möglichst früh versorgt und vor weiterer Reibung geschützt werden. Aufgeplatzte Blasen sind, wie Schürfwunden ebenfalls, offene Wunden und damit eine Eintrittspforte für Bakterien. Sie sollten mit sauberem (Trink-)Wasser gereinigt, desinfiziert und mit einem Pflaster oder speziellen Blasenpflaster abgedeckt werden.


2. Kleine, unkomplizierte Schnittwunden: Bei kleinen Schnitten ist in erster Linie wichtig, die Wunde gründlich mit (Trink-)Wasser auszuspülen, Schmutz oder Fremdkörper zu entfernen, sie zu desinfizieren und danach mit einem Pflaster oder Wundverband zu verschliessen. Ist die Wunde stark verschmutzt, sollte sie offen bleiben und locker verbunden werden, statt sie zu verschliessen.


3. Leichte Verstauchungen und Zerrungen (z. B. am Knöchel): Hier hilft die PRICE-Regel: Schonen (Protection), Ruhigstellen (Rest) mit beispielsweise einem (Tape-)Verband, Kühlen (Ice) für rund 10 Minuten, Kompressionsverband anlegen (Compression) und das Körperteil hochlagern (Elevation).


4. Leichte Verbrennungen: Sofort mit sauberem, fliessendem (nicht eiskaltem) Wasser bis zu 20 Minuten kühlen. Anschliessend die Wunde mit Wasser und milder Seife reinigen. Kleine, intakte Blasen können belassen werden; bei geöffneten Blasen kann eine dünne Schicht Vaseline, Honig oder Aloe Vera aufgetragen werden, um die Heilung zu beschleunigen. Danach mit einem sauberen, nicht klebenden Verband abdecken.

 

Für die Versorgung solcher kleinen Verletzungen sollte ein Erste-Hilfe-Set mit den wichtigsten Utensilien mitgeführt werden. Gerade bei beschränktem Packmass geht es nicht darum, für jede Eventualität eine komplette Apotheke mitzunehmen, sondern um die richtige Auswahl: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Ein Basis-Erste-Hilfe-Set sollte unter anderem Pflaster und Blasenpflaster, Material zur Wundversorgung und Desinfektion (u.a. Kernseife und jodhaltige Lösung), Bandagen zur Ruhigstellung sowie geeignete schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel (wie z. B. Paracetamol) enthalten. Je nach Reiseziel, Dauer und Art der Reise können weitere Medikamente und Materialien sinnvoll sein.

 

 

Es gibt jedoch auch bestimmte Verletzungen oder Situationen, die nicht unterwegs behandelt werden sollten, sondern professionelle Hilfe und rasches Handeln benötigen.

 

Sofortige ärztliche Hilfe holen sollte man bei:

    • Bewusstlosigkeit oder plötzlicher Verwirrtheit
    • Starken oder nicht zu stillenden Blutungen
    • Blässe und Schwäche mit schwachem Puls
    • Anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
    • Anzeichen einer allergischen Reaktion
    • Verlust von Sehen, Hören, Sprechen, Bewegung oder Gleichgewicht
    • einer Extremität, die nach einem Unfall blass, blau oder violett verfärbt ist
    • Kopfverletzungen mit Bewusstlosigkeit, zunehmenden Kopfschmerzen, Erbrechen, veränderter Wachheit oder Sehstörungen
    • Bissverletzungen, vor allem durch Tiere, respektive jeglichem Verdacht auf Kontakt mit einem tollwütigen Tier

 

Eine zeitnahe ärztliche Beurteilung (innert wenigen Stunden) braucht es bei:

    • tiefen oder klaffenden Wunden, die man nicht einfach zusammenkleben oder -nähen lassen kann
    • Wunden, bei denen eine Sehne, ein Gelenk, ein Nerv oder ein Blutgefäss betroffen sein könnte
    • Wunden, die Zeichen einer Infektion zeigen: zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter oder Wunden, die sich trotz Behandlung verschlimmern
    • Hinweisen auf eine Infektion im ganzen Körper: Fieber, Schüttelfrost, Schwäche
    • schweren Verbrennungen an Hand, Fuss, Gesicht oder Genitalien, ringförmig um einen Arm oder ein Bein herum, oder wenn eine grössere Körperfläche betroffen ist
    • fehlendem aktuellem Tetanusschutz bei einer verschmutzten Wunde

 

Faustregel für unterwegs: Kleine, saubere Wunden und leichte Verstauchungen kann man in der Regel selbst gut versorgen. Sobald eine Wunde tief ist, stark blutet, durch ein Tier verursacht wurde, Infektionszeichen zeigt oder wenn der Körper insgesamt reagiert (u.a. Fieber, Schüttelfrost), sollte man ärztliche Hilfe suchen.

 

 

Abgelegen bedeutet: kleine Probleme können grösser werden

Zusammengefasst ist die eigentliche Herausforderung der Abgelegenheit nicht unbedingt, dass etwas Aussergewöhnliches passiert. Es ist vielmehr die Tatsache, dass einfache Lösungen plötzlich nicht mehr verfügbar sind.

 

Eine Blase am Fuss, ein leerer Akku, eine leere Wasserflasche oder eine kleine Verletzung sind im Alltag meist schnell gelöst. Mitten in der Natur und viele Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt können dieselben Probleme jedoch plötzlich viel mehr Zeit, Energie und Aufmerksamkeit benötigen.

 

Wer unterwegs ist, sollte deshalb immer wieder einen kurzen Realitätscheck machen: Wie weit ist die nächste Möglichkeit, Wasser zu bekommen? Wo befindet sich die nächste Strasse oder Ortschaft? Wie würde ich hier Hilfe rufen, wenn jetzt etwas passiert?

 

Diese Fragen müssen einem nicht ständig beschäftigen. Aber sie im Hinterkopf zu behalten, bedeutet, einen sicheren Rahmen für die Reise zu stecken und sich voll und ganz auf das Abenteuer einlassen zu können!

 

 

 

 

Referenzen

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9 September, 2026

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