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Tollwut: Dieses Virus beisst!

Mücken und die von ihnen übertragenen Krankheiten sind nicht die einzigen Übeltäter, vor denen man sich auf Reisen in Acht nehmen muss; Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten Krankheiten, mit welcher man sich infizieren kann. Wie Sie sich am besten schützen können, erfahren Sie hier.

Tollwut: Dieses Virus beisst!

Mücken und die von ihnen übertragenen Krankheiten sind nicht die einzigen Übeltäter, vor denen man sich auf Reisen in Acht nehmen muss; Tollwut ist nach wie vor eine der gefährlichsten Krankheiten, mit welcher man sich infizieren kann. Wie Sie sich am besten schützen können, erfahren Sie hier.

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine Viruserkrankung, die meist durch einen Biss oder einen Kratzer eines infizierten Tieres übertragen wird. Sobald das Tollwutvirus in den Körper gelangt, infiziert es das zentrale Nervensystem und verursacht eine Erkrankung des Gehirns, die schlussendlich zum Tod führt.

Es existieren zwei Formen der Tollwut: die rasende Tollwut und die paralytische Tollwut. Diese beiden Formen unterscheiden sich hauptsächlich in den Symptomen, die das betroffene Tier/der betroffene Mensch zeigt.

Die rasende Tollwut zeichnet sich durch Halluzinationen und Hyperaktivität aus, während die paralytische Tollwut Lähmungen oder ein Koma verursacht. Die rasende Tollwut, ist am häufigsten und tritt in 80% der Fälle beim Menschen auf.

Tollwut ist eine weltweit verbreitete Krankheit. Das unterscheidet sie von den durch Stechmücken übertragenen Krankheiten, die vor allem in den für die Mücken günstigen warmen und feuchten Klimazonen vorkommen.

 

Angst vor Wasser?

Die Tollwut ist seit jeher als Hydrophobie bekannt, eine Phobie, die sich durch eine Angst vor Wasser auszeichnet. Wie wir heute wissen, steckt hinter Tollwut viel mehr als nur die plötzliche Angst vor dem Nasswerden. Jedoch ist es interessant, dass sie sich auf diese Weise manifestiert.

Bei einer Tollwutinfektion kommt es zu intensiven Krämpfen im Hals, sobald jemand versucht zu schlucken. Nur schon der Gedanke, Wasser zu schlucken, kann diese Krämpfe auslösen und es so erscheinen lassen, als hätte die Person Angst vor Wasser.

Tatsächlich aber löst die Tollwut eine allumfassende Angst vor dem Schlucken aus, die sich nicht nur auf Wasser beschränkt.

Das Tollwutvirus gedeiht vor allem im Speichel und nutzt diesen als den optimalen Weg zur Verbreitung der Infektion. Durch Schlucken wird jedoch die Speichelmenge im Mund verringert und damit auch die Ausbreitung des Virus. Aus diesem Grund verursacht die Tollwut Angst vor dem Schlucken, so dass sich der Speichel im Mund staut und als Konsequenz die Ausbreitung des Virus begünstigt.

 

Wie verbreitet sich Tollwut?

Tollwut überträgt sich, wenn ein Tier mit Tollwut einen Menschen beisst oder kratzt. Die meisten Fälle von Tollwut treten bei Wildtieren wie Waschbären, Fledermäusen, Füchsen und Stinktieren auf, obschon jedes Säugetier, auch der Mensch, das Virus bekommen kann.

 

Der Hauptauslöser für Tollwut beim Menschen ist der Biss eines infizierten Hundes. Besonders Kinder sind gefährdet, da sie oft mit Hunden spielen und daher ein höheres Risiko haben, gebissen zu werden und an Tollwut zu erkranken.

 

Tiere, die mit rasender Tollwut erkrankt sind, verhalten sich oft aggressiv und beissen schneller zu. Diese Bisse verursachen jedoch nicht nur oberflächliche Wunden, sondern können das Virus übertragen und verbreiten.

 

Das Tollwutvirus des infizierten Tieres kann bei jedem Biss, der die Haut verletzt, in die Wunde übertragen werden. Jedoch nicht nur Bisse, sondern buchstäblich jeder Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Tieres kann Tollwut übertragen - unter Umständen sogar der Kontakt von infiziertem Speichel mit einer offenen Wunde.

 

Wie man Tollwut vorbeugen kann

Sobald sich erste klinische Anzeichen von Tollwut zeigen, gibt es leider keine effektive Behandlungsmöglichkeit mehr. Die Krankheit verläuft nahezu immer tödlich.

 

Es gibt jedoch Wege, der Tollwut vorzubeugen. In erster Linie ist es wichtig, sich der Krankheit bewusst zu sein und sie in Tieren erkennen zu können. Allerdings zeigen nicht alle infizierten Tiere auch Symptome, weshalb es am besten ist, jeglichen Kontakt zu unbekannten Tieren zu meiden.

 

Ihr eigenes Haustier schützen Sie am besten mit einer Impfung gegen Tollwut und frischen diese regelmässig auf.

 

Ich wurde gebissen, was nun?

Es gibt fünf verschiedene Stadien der Tollwut:

  1. Inkubation
  2. Prodromalstadium
  3. Akute neurologische Phase
  4. Koma
  5. Tod

 

Während der Inkubationszeit, die normalerweise zwischen 2 und 3 Monaten dauert, besteht die Möglichkeit, frühzeitig in den Verlauf der Tollwut einzugreifen, noch bevor die ersten Symptome im Prodromalstadium auftreten.

 

Wenn Sie von einem Tier gebissen oder gekratzt wurden, waschen Sie die Bissstelle unmittelbar gründlich mit Wasser und Seife aus. Dadurch kann die potenzielle Virenlast in der Bisswunde reduziert werden. Begeben Sie sich danach unverzüglich in ein Spital, um eine postexpositionelle Prophylaxe, d. h. eine Reihe von Tollwutimpfungen, zu erhalten. Entscheidend ist, dass die postexpositionellen Impfungen innerhalb von 24 Stunden nach dem Biss oder Kratzer erfolgen.

 

Wenn Sie unmittelbar nach dem Biss reagieren, besteht die Chance, die Tollwutinfektion in Ihrem Körper zu stoppen und somit Ihr Leben zu retten. In solch einer Situation ist jede Minute entscheidend.

 

Im Prodromalstadium können sich bei Tollwuterkrankten folgende Symptome zeigen:

 

  • Schmerzen, Unbehagen, Juckreiz oder Kribbeln an der Bissstelle
  • Unverträglichkeit von Licht, Lärm oder Zugluft
  • Angst vor Wasser
  •  Mühe zu schlucken, Erbrechen, Übelkeit
  • neurologische Funktionsstörungen, die innerhalb weniger Tage zunehmen (z. B. Verwirrung, Angst, Unruhe)
  • örtlich begrenzte Schwäche
  • Koma

 

Der Tod infolge von Tollwut erfolgt in der Regel durch Herz- oder Atemversagen und tritt innerhalb von 7-10 Tagen nach den ersten Anzeichen ein, sofern keine intensivmedizinischen und unterstützenden Massnahmen ergriffen werden.

 

So schützen Sie sich vor Tollwut

Um sich vor Tollwut zu schützen, ist Ihre Aufmerksamkeit von grösster Bedeutung. Das heisst, dass Sie die Tiere in Ihrer Umgebung genau beobachten und darauf achten sollten, ob diese sich ungewöhnlich verhalten.

 

Ein Beispiel hierfür ist, wenn Sie unterwegs sind und einem Hund begegnen. Auch wenn er noch so niedlich aussieht, sollten Sie ihn nicht streicheln. Denn, Vorsicht ist geboten! Wenn der Hund knurrt und unruhig wirkt, ist es umso wichtiger, sich von ihm fernzuhalten, um nicht gebissen zu werden.

Auch wenn der Hund keine Tollwut hat, kann ein Biss schnell dazu führen, dass Sie ins Krankenhaus müssen, um genäht zu werden. Allenfalls ist auch eine Tetanusspritze erforderlich, oder Massnahmen, um einer bakteriellen Wundinfektion vorzubeugen.

 

Wenn Sie von einem Tier gebissen werden, ist es äusserst wichtig, die Wunde sofort zu reinigen und sich so schnell wie möglich ärztlich behandeln zu lassen. Durch eine schnelle Impfung können Sie einer Tollwutinfektion vorbeugen und das Virus daran hindern, sich in Ihrem Körper auszubreiten.

 

Um sich auf Reisen zu schützen, ist es ratsam, dass Sie und Ihre Kinder Tiere nur aus der Ferne betrachten und sie nicht streicheln. Seien Sie sich bewusst, dass Tollwut eine ernsthafte Krankheit sein kann, wenn man sich infiziert. Aber wenn Sie sich gut mit diesem "bissigen" Virus auskennen, können Sie dazu beitragen, ihn auf Abstand zu halten.

 

 


 

Referenzen

Human rabies prevention and management. (2023). https://www.who.int/activities/human-rabies-prevention-and-management

 

Rupprecht CE. Rhabdoviruses: Rabies Virus. In: Baron S, editor. Medical Microbiology. 4th edition. Galveston (TX): University of Texas Medical Branch at Galveston; 1996. Chapter 61. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK8618/

 

Hemachudha, T., Ugolini, G., Wacharapluesadee, S., Sungkarat, W., Shuangshoti, S., & Laothamatas, J. (2013). Human rabies: neuropathogenesis, diagnosis, and management. The Lancet Neurology, 12(5), 498-513. doi: 10.1016/s1474-4422(13)70038-3

 

Tongavelona, J., Rakotoarivelo, R., & Andriamandimby, F. (2018). Hydrophobia of human rabies. Clinical Case Reports, 6(12), 2519-2520. doi: 10.1002/ccr3.1846

 

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