STI-Checks, Beratung und PrEP: vor, nach und unabhängig von Reisen

Reisen bedeutet, Neues zu entdecken: Orte, Kulturen, Begegnungen und manchmal auch neue Nähe. Sexualität kann geplant oder ungeplant zum Reisen dazugehören. Gerade weil Situationen auf Reisen oft anders sind als zu Hause, ist es sinnvoll, sich auch über sexuelle Gesundheit Gedanken zu machen. Dazu gehören Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STIs), HIV-Prävention, HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP), Impfungen oder dem Zugang zu medizinischer Versorgung im Ausland.

STI-Checks, Beratung und PrEP: vor, nach und unabhängig von Reisen

Reisen bedeutet, Neues zu entdecken: Orte, Kulturen, Begegnungen und manchmal auch neue Nähe. Sexualität kann geplant oder ungeplant zum Reisen dazugehören. Gerade weil Situationen auf Reisen oft anders sind als zu Hause, ist es sinnvoll, sich auch über sexuelle Gesundheit Gedanken zu machen. Dazu gehören Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STIs), HIV-Prävention, HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP), Impfungen oder dem Zugang zu medizinischer Versorgung im Ausland.

Sexuelle Gesundheit als Teil der Reisemedizin

Sexuelle Gesundheit ist ein wichtiger Teil einer umfassenden Reisevorbereitung. Wer informiert ist, kann bewusster entscheiden, sich besser schützen und bei Unsicherheiten rechtzeitig eine Beratung in Anspruch nehmen. Gleichzeitig gilt: Fragen zur sexuellen Gesundheit sind nicht nur vor oder nach Reisen relevant, sondern gehören ganz grundsätzlich zur persönlichen Gesundheitsvorsorge.

 

Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit ist ein Angebot des Medizinischen Zentrums am Central (MZC). Das MZC und das Zentrum für Reisemedizin (ZRM) gehören beide zum Departement Public & Global Health (DPGH) der Universität Zürich. Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit ist in die Räumlichkeiten des ZRM am Hirschengraben 84 in Zürich integriert und richtet sich an Menschen aller Altersgruppen, sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Das Angebot umfasst Beratung, Diagnostik, Behandlung und Prävention rund um sexuell übertragbare Infektionen.

 

Dazu gehören STI-Checks mit und ohne Symptome, ärztliche Abklärungen und Behandlungen bei STIs, PrEP-Beratung und –Begleitung sowie relevante Impfungen. Damit bietet das MZC eine Anlaufstelle für Fragen rund um sexuelle Gesundheit – vor, während oder nach einer Reise, aber auch unabhängig davon.

 

Aus Gründen der Vereinfachung wird im Folgenden nur noch die Abkürzung ZRM verwendet.

 

 

Vom Bedarf zur Sprechstunde: Wie das Angebot aufgebaut wurde

Der Aufbau der Sprechstunde Sexuelle Gesundheit entstand aus einem bestehenden fachlichen Schwerpunkt innerhalb des Departements Public & Global Health (DPGH) der Universität Zürich. Dort wurde das Programm SwissPrEPared entwickelt, das unter der Verantwortung von Prof. Dr. med. Jan Fehr und der Projektleitung von Dr. med. Benjamin Hampel darauf abzielt, die medizinische Versorgung von PrEP-Nutzenden und PrEP-Interessierten zu verbessern. Die Teilnehmenden sind dabei mehrheitlich Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und trans Menschen.

 

Als SwissPrEPared-assoziiertes Zentrum betreut das ZRM bereits seit gut zwei Jahren PrEP-Nutzende und PrEP-Interessierte. Der Aufbau der Sprechstunde Sexuelle Gesundheit erfolgte parallel dazu. Ziel war es, PrEP, STI-Tests, Diagnostik, Beratung und Behandlung in einem ganzheitlichen Angebot anbieten zu können.

 

Gleichzeitig zeigt sich sexuelle Gesundheit auch in der Reisemedizin als wichtiges Thema. Fragen zu STIs, HIV-Prävention, PrEP oder Schutzmöglichkeiten können vor, während oder nach einer Reise relevant sein. Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit ist deshalb nicht nur ein eigenständiges Angebot, sondern auch eine wertvolle Ergänzung zur reisemedizinischen Konsultation.

 

Aufbau mit klarer Haltung

Manuela Rasi, Advanced Practice Nurse (APN), hatte beim Aufbau von Anfang an eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit der ärztlichen Leitung des ZRMs übernahm sie die Projektleitung und koordinierte die Umsetzung. Dazu gehörten unter anderem das Projektmanagement, die operative und personelle Führung sowie organisatorische Entscheidungen. Auch strukturell lag ein grosser Fokus auf der Integration des neuen Angebots in die bestehenden Abläufe der Klinik.

 

Ebenso wichtig wie die organisatorischen Prozesse war dabei die Haltung hinter dem Angebot. «Besonders wichtig war uns dabei, eine offene, respektvolle und wertfreie Haltung gegenüber den Themen sexueller Gesundheit und den Menschen, die unsere Angebote nutzen, zu vermitteln und vorzuleben», betont Manuela Rasi. Die Sprechstunde soll ein Ort sein, an dem Kund:innen offen, respektvoll und ohne Scham über sexuelle Gesundheit sprechen können. Gespräche über sexuelle Gesundheit sollen als etwas Selbstverständliches erlebt werden, so wie jede andere medizinische Beratung auch.

 

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Versorgungsqualität wird die Sprechstunde weiterhin in enger Zusammenarbeit mit der ärztlichen Leitung evaluiert und optimiert.

 

Blick nach vorne

Dass die Sprechstunde heute besteht und sich laufend weiterentwickelt, ist für Manuela Rasi ein wichtiger Schritt. «Die Aufgaben während der Pandemie haben unsere Aufbaupläne deutlich verzögert. Umso erfreulicher ist es heute zu sehen, wie sich die Sprechstunde für sexuelle Gesundheit kontinuierlich weiterentwickelt und zunehmend genutzt wird. Der erfolgreiche Aufbau eines solchen Angebots ist, meiner Meinung nach, nur dank eines engagierten und vielfältigen Teams mit unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen und Perspektiven möglich.» Besonders schön sei auch das grosse Engagement des Fachpersonals, das die Weiterentwicklung des Angebots mit viel Motivation und Begeisterung mitträgt.

 

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit noch bekannter wird und von Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen als selbstverständliches Gesundheitsangebot wahrgenommen wird. Langfristig soll kompetente, wertfreie Beratung zu sexueller Gesundheit möglichst leicht zugänglich sein. Unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder finanziellen Möglichkeiten.

 

 

 

Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit: Beratung, Abklärung und Behandlung

Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit wird von einem Team aus Fachpersonen mit Expertise in Reisemedizin und sexueller Gesundheit durchgeführt. Dazu gehören neben weiteren Teammitgliedern die Ärzte Hadrien Komaromi, Rodolfo Novillo, Nikolas Van Hemelrijck Meneses und Linus Egli, die in diesem Artikel Einblick in ihre Arbeit geben. Gemeinsam betreuen Sie Menschen mit Symptomen einer möglichen STI ebenso wie Personen, die nach einem STI-Check eine ärztliche Beurteilung, Beratung oder Behandlung benötigen, sowie PrEP-Nutzende und PrEP-Interessierte.

 

Das Angebot umfasst die Abklärung bei Beschwerden, die Behandlung viraler, bakterieller und parasitärer STIs sowie die Therapie nach extern durchgeführten STI-Tests. Dazu gehören zum Beispiel Infektionen wie Genitalherpes, HIV, Hepatitis, Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, Scabies, Filzläuse oder Trichomonaden.

Auch Impfungen, die im Zusammenhang mit sexueller Gesundheit relevant sein können, sind Teil des Angebots, wie etwa gegen HPV, Hepatitis A und Hepatitis B sowie Mpox.

 

Die Diagnostik und Behandlung in der Sprechstunde Sexuelle Gesundheit erfolgt ärztlich und die Kosten können über die obligatorische Krankenpflegeversicherung abgerechnet werden.

 

Die Sprechstunde soll ein Ort sein, an dem Patient:innen mit ihren Fragen zuerst einmal abgeholt werden. Linus Egli erklärt: «Gerne gebe ich meinen Patient:innen am Anfang und am Ende der Sprechstunde Raum, um zu erzählen. Dabei ist es zweitrangig, ob es konkret um PrEP geht oder nicht, sondern ich sehe die Sprechstunde als optimale Gelegenheit um Personen ganzheitlich zu betreuen und allenfalls Problemfelder zu entdecken, die sonst nicht aufgekommen wären.»

 

Auf eine Beratung auf Augenhöhe wird grossen Wert gelegt. Hadrien Komaromi bringt diese Haltung auf den Punkt: «Sie müssen sich mit uns nicht schämen. Wir haben schon alles gehört und gesehen!». Die Sprechstunde soll ein Ort sein, an dem offen, respektvoll und ohne Wertung gesprochen werden kann.

 

Die fünf Fachpersonen, die das Angebot mittragen, stellen wir am Ende des Artikels in kurzen Porträts vor.

 

 

STI-Checks: Klarheit schaffen, auch ohne Symptome

Ein STI-Check ist ein sinnvoller und unkomplizierter Weg, sich auf sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen. Denn: «Die meisten STIs verlaufen asymptomatisch und können schwerwiegende Folgen haben, daher ist es wichtig zu testen», erklärt das Team.

 

Safer Sex kann das Risiko deutlich senken, verhindert jedoch nicht alle sexuell übertragbaren Infektionen vollständig. Durch regelmässiges Testen können Infektionen frühzeitig erkannt und behandelt werden. So lassen sich auch weitere Übertragungen vermeiden.

 

Am ZRM können Kund:innen mittels Blutentnahme auf HIV, Syphilis und Hepatitis C sowie mittels Abstrichs auf Chlamydien und Gonokokken getestet werden. Das Testverfahren ist einfach und schnell. Dank unseres In-House-Labors liegen die Ergebnisse rasch vor.

 

Wichtig ist dem Team auch zu betonen: «Ein positives Testergebnis ist nicht das Ende der Welt. STIs sind gut behandelbar.» Je früher eine Infektion erkannt wird, desto schneller kann sie behandelt und eine weitere Übertragung vermieden werden.

 

 

 

PrEP: Schutz vor HIV, individuell begleitet

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe, kurz HIV-PrEP, ist eine wirksame Möglichkeit, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Dabei nehmen HIV-negative Personen ein Medikament ein, das zwei gegen HIV aktive Wirkstoffe enthält. Je nach individuellem Risiko und persönlicher Präferenz kann PrEP täglich oder ereignisbasiert eingenommen werden.

 

Eine PrEP-Beratung kann sinnvoll sein für Menschen, die ein erhöhtes HIV-Risiko haben oder unsicher sind, ob PrEP für sie infrage kommt. In der Beratung wird gemeinsam besprochen, ob PrEP geeignet ist, welches Einnahmeschema passt und welche medizinischen Kontrollen notwendig sind. Linus Egli sieht in Bezug auf Teamgrösse hier eine Chance: “Wir sehen unsere Patienten in regelmässigen Abständen und da wir ein kleines Team sind, erlaubt es uns auch eine gute Beziehung zu etablieren und Themen beim nächsten Besuch wieder aufzugreifen.”

 

Häufige Fragen in der Beratung betreffen mögliche Nebenwirkungen und die richtige Einnahme. «Die Tabletten können nur wirken, wenn sie korrekt eingenommen werden. Das ist der wichtigste Punkt», betont Hadrien Komaromi. Welche Einnahmeform im Einzelfall passt, wird individuell in der Beratung besprochen. In den Verlaufskontrollen wird nicht nur überprüft, ob PrEP weiterhin sinnvoll ist und gut vertragen wird. Es werden auch regelmässige HIV- und STI-Tests durchgeführt.

 

Wichtig ist: PrEP schützt zuverlässig vor HIV, jedoch nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Deshalb gehört zu einer PrEP-Begleitung auch eine regelmässige medizinische Kontrolle mit HIV- und STI-Tests sowie, je nach Situation, weitere Laboruntersuchungen.

 

Das ZRM nimmt am nationalen SwissPrEPared-Programm teil. Dadurch kann die PrEP unter bestimmten Voraussetzungen über die obligatorische Krankenpflegeversicherung abgerechnet werden. Die genauen Kriterien werden in der Beratung besprochen und können hier eingesehen werden:

www.swissprepared.ch

https://www.swissprepared.ch/de/frequently-asked-questions/#prep1

 

 

 

TravelPrEPared: sexuelle Gesundheit in der Reiseberatung mitdenken

Sexuelle Gesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der reisemedizinischen Konsultation. Fragen zu STIs, HIV-Prävention, PrEP oder dem Zugang zu Medikamenten und Tests im Ausland gehören deshalb am Zentrum für Reisemedizin zu einer umfassenden Reisevorbereitung dazu.

 

TravelPrEPared wird unter der Leitung von Dr. sc. med. Dunja Nicca durchgeführt, baut auf den Erfahrungen von SwissPrEPared auf und integriert Beratung zu sexueller Gesundheit gezielt in die klassische reisemedizinische Konsultation. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen sowie auf der Beratung zu PrEP für Reisende. Ergänzend wurde ein Trainingsprogramm für Fachpersonen der Reisemedizin entwickelt, um das kompetente Ansprechen sexueller Risiken und HIV in den Konsultationen zu stärken.

 

Der Hintergrund: Ein relevanter Teil der HIV-Infektionen steht im Zusammenhang mit Reisen. Gleichzeitig wird sexuelle Gesundheit in der reisemedizinischen Konsultation noch zu selten angesprochen, und moderne Präventionsmöglichkeiten wie HIV-PrEP sind vielen Menschen ausserhalb spezialisierter Angebote noch wenig bekannt. TravelPrEPared soll deshalb dazu beitragen, sexuelle Gesundheit bereits vor der Reise mitzudenken und den Zugang zu wirksamen Präventionsstrategien zu fördern.

 

Dabei unterscheidet sich das Gespräch über sexuelle Gesundheit in einer reisemedizinischen Konsultation von einer gezielten Konsultation in der Sprechstunde Sexuelle Gesundheit. In der reisemedizinischen Konsultation stehen für Kund:innen meist andere Themen im Vordergrund, etwa Impfungen oder Malariaprophylaxe. «In einer reisemedizinischen Konsultation erwarten die meisten Menschen nicht, über sexuelle Gesundheit zu sprechen. Deshalb braucht es manchmal etwas mehr Zeit und Fingerspitzengefühl, um das Thema anzusprechen», erklärt Rodolfo Novillo. «Viele Menschen rechnen in einer Reiseberatung zunächst nicht mit diesem Thema. Trotzdem haben wir schon oft erlebt, dass sich daraus wichtige Gespräche ergeben haben.»

Sexuelle Kontakte auf Reisen entstehen zudem häufig spontan, weshalb vorab nicht immer ein konkreter Beratungsbedarf gesehen wird. Umso wichtiger ist es, das Thema offen und selbstverständlich als Teil einer umfassenden Reisevorbereitung anzusprechen. Rodolfo Novillo betont, dass aber auch praktische Fragen eine wichtige Rolle spielen, etwa der Zugang zu Medikamenten oder Tests im Ausland: «Je nach Reiseziel kann nicht immer sichergestellt werden, dass beispielsweise PrEP, PEP, HIV-Medikamente oder empfohlene Tests verfügbar sind. Deshalb sprechen wir möglichst früh darüber, damit die Reisenden gut vorbereitet sind und wissen, welche Möglichkeiten sie vor Ort haben oder was sie besser bereits vor der Reise organisieren sollten.»

 

 

 

Gut informiert und begleitet

Sexuelle Gesundheit ist auf Reisen genauso wie im Alltag ein selbstverständlicher und wichtiger Teil der persönlichen Gesundheitsvorsorge. Ob bei Fragen zu STIs, nach einem Risikokontakt, bei Symptomen, für einen STI-Check oder zur Abklärung, ob PrEP sinnvoll sein könnte: Die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit am ZRM bietet eine kompetente, diskrete und wertfreie Anlaufstelle für alle.

 

Wer unsicher ist, welches Angebot passt, kann sich unverbindlich bei uns melden oder direkt einen Termin für die Sprechstunde Sexuelle Gesundheit buchen.

 

 

 

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Manuela Rasi, Advanced Practice Nurse (APN)

 

Kannst Du Dich kurz vorstellen: Welche Rolle hast Du am ZRM und in welchem Bereich arbeitest Du hauptsächlich?

Nach meiner Ausbildung in der Psychiatriepflege und dem Masterstudium in Pflegewissenschaften arbeitete ich als APN in einer infektiologischen Klinik mit Schwerpunkt sexuelle Gesundheit und Forschung. Seit acht Jahren bin ich am ZRM tätig und verbinde auch hier die klinische Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit mit Praxisentwicklungsprojekten und Forschungsaufgaben. Diese Erfahrungen prägen meine heutige berufliche Perspektive und mein Verständnis einer evidenzbasierten, patientenzentrierten Pflege.

 

Was motiviert Dich persönlich an der Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit?

Ich habe schnell erkannt, dass im Bereich der sexuellen Gesundheit besonders wichtig ist, bereits in der kurzen Zeit eines Beratungsgesprächs eine offene, wertschätzende und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Nur so können sich Menschen sicher fühlen, persönliche Themen anzusprechen und sich zu öffnen. Gelingt dies, entsteht die Grundlage für eine wirksame Beratung, von der die Betroffenen bestmöglich profitieren können. Wenn dieser Vertrauensaufbau gelingt, erlebe ich die Gespräche als besonders bereichernd und erfüllend. Zu sehen, dass Menschen gestärkt, erleichtert oder mit mehr Klarheit aus einem Gespräch gehen, motiviert mich immer wieder und bestärkt mich darin, diese Arbeit mit Engagement weiterzuführen.

 

Was ist Dir in der Beratung von Kund:innen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, den Kund:innen respektvoll, wertschätzend und auf Augenhöhe zu begegnen. Durch aktives Zuhören und eine offene Gesprächsatmosphäre möchte ich ihre Bedürfnisse verstehen und sie bestmöglich unterstützen.

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Hadrien Komaromi, Oberarzt

 

Kannst Du Dich kurz vorstellen: Welche Rolle hast Du am ZRM und in welchem Bereich arbeitest Du hauptsächlich?

Ich habe eine Ausbildung für allgemeine innere Medizin gemacht, arbeite dennoch seit bald 5 Jahren im Bereich der sexuellen Gesundheit. Ich bin seit 2.5 Jahren im ZRM, wo ich die Sprechstunde für Sexuelle Gesundheit ausgebaut habe.

 

Was motiviert Dich persönlich an der Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit?

In der sexuellen Gesundheit füllen wir oft eine Versorgungslücke. Menschen trauen sich nicht zu, diese Themen mit ihren Hausärzt:innen zu besprechen. Die bio-psycho-sozialen Aspekte spielen in der sexuellen Gesundheit eine sehr wichtige Rolle, und das finde ich spannend.

 

Was ist Dir in der Beratung von Kund:innen besonders wichtig?

Das Allerwichtigste ist eine urteilsfreie Haltung zu haben. Ich versuche immer Menschen empathisch zu empfangen.

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Rodolfo Novillo, Oberarzt

 

Kannst du Dich kurz vorstellen: Welche Rolle hast Du am ZRM und in welchem Bereich arbeitest Du hauptsächlich?

Ich habe in Argentinien fünf Jahre in der Inneren Medizin gearbeitet, vor allem in der Notfallmedizin und mit stationären Patient:innen. Seit Beginn des Projekts in der Klinik, also seit etwa zweieinhalb Jahren, bin ich Teil des Teams für sexuelle Gesundheit.

Mein Alltag besteht hauptsächlich darin, Patient:innen zu betreuen. Gleichzeitig unterstütze ich auch Kolleg:innen, wenn komplexe Fälle auftauchen oder medizinische Fragen geklärt werden müssen.

 

Was motiviert Dich persönlich an der Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit?

Prävention hat mich schon immer interessiert, besonders im Bereich HIV.

HIV war über viele Jahre ein grosses Problem für die LGBTQ+-Community und hat uns ganze Generationen genommen.

Heute Teil des Wandels zu sein und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Sexualität frei, selbstbestimmt und gesund zu leben, empfinde ich als ein grosses Privileg. Es motiviert mich, einen Beitrag dazu zu leisten, dass sexuelle Gesundheit zugänglicher und selbstverständlicher wird.

 

Was ist Dir in der Beratung von Kund:innen besonders wichtig?

Mir ist wichtig, dass sich die Menschen wohlfühlen und über alles sprechen können, ohne Angst vor Bewertungen oder Vorurteilen haben zu müssen.

Natürlich gehört Professionalität dazu, aber ich versuche auch, dass die Gespräche nicht wie eine typische Arztkonsultation wirken. Idealerweise entsteht eine entspannte Atmosphäre, in der man offen über Themen sprechen kann, die manchmal nicht so einfach anzusprechen sind.

Nikolas Van Hemelrijck Meneses, Assistenzarzt

 

Kannst Du Dich kurz vorstellen: Welche Rolle hast Du am ZRM und in welchem Bereich arbeitest Du hauptsächlich?

Ich habe ebenfalls die Ausbildung für Allgemeine Innere Medizin gemacht und strebe einen zweiten Facharzt in Reise- und Tropenmedizin an. Ich bin in der Reise- und Impfberatung, in der Abklärung von Reiserückkehrern mit Symptomen und in der Sprechstunde für sexuelle Gesundheit tätig.

Was motiviert Dich persönlich an der Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit?

Ich finde es spannend, dass sich unsere Kund:innen aktiv für Prävention interessieren und sich eine fundierte Aufklärung zu ihrer sexuellen Gesundheit wünschen. Besonders motiviert mich, dass Kund:innen nach einem Besuch bei uns mit mehr Wissen, einem gestärkten Bewusstsein und einem besseren Verständnis für ihre Gesundheit nach Hause gehen können.

Was ist Dir in der Beratung von Kund:innen besonders wichtig?
Für mich steht das Schaffen einer vertrauensvollen und angenehmen Atmosphäre stets im Vordergrund. Nur in einem solchen Rahmen können Menschen offen und ungezwungen über ihre Anliegen sprechen – unabhängig davon, wie persönlich oder sensibel diese sind.

Linus Egli

 

Linus Egli, Assistenzarzt

 

Kannst Du Dich kurz vorstellen: Welche Rolle hast Du am ZRM und in welchem Bereich arbeitest Du hauptsächlich?

Ich arbeite als Assistenzarzt im Bereich der sexuellen Gesundheit und der Reisemedizin. Diese breit gefächerten Aufgaben machen die Arbeit abwechslungsreich und vielfältig

 

Was motiviert Dich persönlich an der Arbeit im Bereich sexuelle Gesundheit?

Ich arbeite gerne an der Schnittstelle körperliche und psychische Gesundheit. Das Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl, dass PrEP (HIV-Präexpositionsprophylaxe) vermitteln kann, ist ein Game-Changer in der sexuellen Gesundheit der queeren Community. Auch in meiner Dissertation befasse ich mich mit diesem Thema und die Umsetzung dieses Projekts im Alltag zu sehen, ist enorm spannend und hilfreich.

 

Was ist Dir in der Beratung von Kund:innen besonders wichtig?

Gerne gebe ich meinen Patient:innen am Anfang und am Ende der Sprechstunde Raum, um zu erzählen. Dabei ist es zweitrangig, ob es konkret um PrEP geht oder nicht, sondern ich sehe die Sprechstunde als optimale Gelegenheit um Personen ganzheitlich zu betreuen und allenfalls Problemfelder zu entdecken, die sonst nicht aufgekommen wären.

 

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